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Geologische Besonderheit von Faial


Natürlich gibt es auf den Azoren nur Besonderheiten, alles ist voll davon! Neben der Caldeira sticht aber vor allem die Gegend von Capalinhos heraus. Hier wird man Zeuge einer starken Eruption, die vor 50 Jahren die gesamte Insel erschütterte.
Wie alle Inseln der Azoren, wird auch Faial durch die Lage auf dem Mittelatlantischen Rücken geprägt. Alle Azoreninseln sind deshalb vulkanischen Ursprungs. Es gibt so gut wie keine sedimentierten Gesteine. Alles besteht aus erstarrter Lava oder abgeregneter Vulkanasche. In den ältesten Bereichen, wo die Verwitterung bzw. Bodenentwicklung am weitesten voran geschritten ist, sind die Böden sehr nährstoffreich. Zusammen mit dem ausgeglichenen atlantisch-feuchten Klima finden Pflanzen hier optimale Wuchsbedingungen.

10. Oktober 1957 04. November 1958
10. Okt 1957 04. Nov 1958

Die Entwicklung der Westspitze von Faial erfolgte in mehreren Schüben. Eigentlich war es eher eine Erweiterung der Insel, wie man an den geologischen Skizzen oben sehen kann. Die dem Leuchtturm westlich vorgelagerte Vulkaninsel begann Ende Oktober 1957 aktiv zu werden. Der Spuk dauerte etwa ein Jahr. Ein Großteil der Bevölkerung wurde evakuiert und ein Teil verließ die Insel entgültig, was nur verständlich ist. Zur Zeit der stärksten Aktivität wurde eine gigantische Aschewolke in den Himmel geblasen und der gesamte Westteil war mit Asche bedeckt. An eine Vegetation war nicht mehr zu denken und damit auch nicht an irgent eine Art von Landwirtschaft.

Luftansicht vor der Eruption 1957 Ascheeruption 1958

Heute sieht man in etwa noch, was Ende 1958 übrig geblieben ist. Aufgrund dieses überregional bedeutsamen Ereignisses wurden die topographischen Karten (1:50.000) zumindest an dieser Stelle um 1960 überarbeitet. Die anderen Kartenblätter wurden seit 1955 nicht mehr angefaßt.
Seit mehr als 50 Jahren entwickelt sich der neue Boden, der überwiegend aus vulkanischer Asche besteht, aber nur an wenigen geschützten Stellen hat sich bereits Vegetation eingestellt. Ein großes Problem auf den Azoren sind die eingeführten Pflanzenarten, die an vielen Stellen dominat werden. Hier sind es meist Bambushaine. Für den unbedarften Betrachter sieht es möglicherweise sogar schön aus, wenn der Bambus, als exotische Pflanze, vordringt, aber diese Haine konkurrieren mit tlw. seltenen einheimischen Pflanzen.

CabecoGordo CabecoGordo_Calderinhos
Afrikanische Tamariske auf vulkanischer Asche der Leuchtturm von Capelinhos

Aber die Erde blieb seitdem nicht ruhig. Das letzte große Beben gab es 1998. Es war zwar kein wirklich starkes Beben, aber die Erde bebte fast eine halbe Minute lang, was eine Besonderheit war. Leider war es auch ein bedauerlicher Rekord, denn diese "Dauerbelastung" hielt kaum ein massives Haus unbeschadet aus. So erklärt sich auch die Vielzahl von Ruinen auf Faial. NEIN, das liegt nicht an der schlampigen Natur der Azoreaner! Im Gegenteil - dafür dass so viel zerstört war, war 2004 schon erstaunlich viel wieder aufgebaut. Die alten Steinhäuser sind außerdem denkmalgeschützt und müssen deshalb im Originalzustand wieder aufgebaut werden.
Nicht zuletzt wegen der unwirklichen, wüstenhaften Landschaft ist die Gegend von Capelinhos ein beliebtes und sehr lohnenswertes Wanderziel. Man kann um den Leuchtturm und auf die neue Insel gehen (hier aber Vorsicht, am Strand ist ein Gebiet abgesperrt und auch im Inland finden sich besonders geschützte Bereiche). Sehr eindrucksvoll ist auch der Blick vom Gipfel des Cabeço Verde und dem Cabeço do Canto, bei dem man das gesamte Ausmaß der Eruption überblicken kann. Eine Wanderbeschreibung für den letztgenannten Teil gibt es hier.



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