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Wanderung von Capelo nach Capelinhos


Der Wandertourismus ist auf den Azoren (zum Glück) noch nicht sehr stark ausgeprägt. Erst langsam beginnt man vor Ort entsprechende Angebote zu schaffen, wie zum Beispiel markierte und gepflegte Wanderwege. In der TouristenInfo in Horta bekommt man (manchmal nur auf Nachfrage) mindestens drei verschiedene Faltblättchen mit Wanderrouten. Diese sind nicht unbedingt im Gelände markiert, aber immerhin gut beschrieben (auf Portugiesisch und Englisch) und mit einer kleinen gemalten Kartenskizze. Eine vermünftige Karte muß man sich dann noch selber besorgen. Auf den Inseln Faial und Pico war das 2004 allerdings unmöglich, weil alle verfügbaren Karten mehr oder weniger veraltet waren. Also muß man sich eben flexibel in die Situation hinein finden :) !! Am besten sind wir immer noch mit der topographischen Karte aus den 50er Jahren zurechtgekommen.
Die Routenvorschläge sind gut. Die erste geht um die Caldeira herum (siehe auch hier) und die dritte wird im Folgenden beschrieben. Die zweite war gerade vergriffen. Vielleicht mag der eine oder andere mir mal mailen, wo es da lang geht?

Wanderkarte
Wanderroute im Gebiet um Capelo (auf Grundlage der offiziellen TK50)

Die rote Linie ist der beschriebene Weg, die südliche, rot gestrichelte Linie sind wir aus Zeitgründen gegangen.
Insgesamt kann man 10km veranschlagen.

Man kann die Wanderung im Arboretum von Capelo oder im Ort selbst beginnen. An der Straßenkreuzung, wo in der Karte oben die rote Markierung beginnt, steht ein Hinweisschild mit einer guten und vor allem aktuellen topographischen Karte. Das ist also nicht zu verfehlen.
Direkt hinter der Abzweigung geht es bergauf Richtung Cabeço Verde, bzw. Cabeço da Fonte (wie er früher hieß). Je wärmer es ist, desto steiler wird der Aufstieg. Also immer genug zu trinken mit nehmen! Auf der Wanderung findet man kein Wasser, aber in Capelo gibt es mehrere Brunnen. Kurz hinter der 300m Höhenlinie muß man rechts abbiegen. Das ist eine Art "Schlüsselstelle", weil diese Abzweigung nicht markiert ist. Hier geht es noch einmal schön bergauf, aber spätestens hier sollte auch der Wind Kühlung bringen.
Auf einem kleinen Sattel kann man nach etwa 700m links (Westen) Richtung Furna Ruim und auf der Schotterpiste weiter zum Gipfel gehen. Manchmal wird man hier noch von Fahrzeugen "belästigt", die Touristen auf bequemere Weise zum Gipfel bringen.
Der Weg zum Gipfel ist eine Sackgasse. Man kommt in jedem Fall wieder an der eben genannten Gabelung vorbei. Ein Abstecher auf den Gipfel lohnt sich bei guter Sicht in jedem Fall. Man ist beeindruckt von der steil aufragenden Caldeira und sieht von oben auf den kleinen Nachbar "Cabeço do Canto" (wird heute wohl "Cabeço da Gordo" genannt) und die Aschefelder von Capelinhos hinunter. Der Weg führt einmal um die kleine Caldeira des Cabeço Verde herum.
CabecoVerde_Calderinhos CabecoVerde_Caldeira
vom Gipfel nach Westen Richtung Calderinhos vom Gipfel nach Osten Richtung Caldeira
Wieder unten an der Weggabelung geht es auf einem gut markierten Pfad recht steil bergab. Nach wenigen 100m kommt man an der engen Schlucht "Furna Ruim" vorbei. Das Warnschild darf man gern ernst nehmen, denn der dürftige Zaun hält wohl keinen zu neugierigen auf. Die Schlucht ist ein sehr enges und sehr tiefes Loch, dessen Boden man nicht erkennen kann. Aufgrund der geschützten Lage und der hohen Feuchtigkeit hier drin, haben sich viele Farne an den Felswänden angesiedelt. Mittlerweile ist man auch in einen recht ursprünglichen Wald (Laurus sp.?) eingetaucht.
Der Weg wird nach Süden um den Einbruchskrater "Caldeirao" herum geführt. Der nördliche Weg war 2004 gesperrt. Möglicherweise will man der Natur hier eine Gelegenheit zur Regeneration geben. Der südliche Weg hat aber auch den Vorteil, daß an dem Aussichtspunkt die Sonne im Rücken steht und der Blick und die Fotos schöner werden. Die tolle Aussicht während des Abstieges soll jedoch nicht dazu verleiten, dem Pfad weniger Beachtung zu widmen. Sonst wird es ein paar ungemütliche, weil rutschige Meter geben.
CabecoVerde_Calderinhos CabecoGordo_PraiaDoNorte
vom Cabeço da Gordo zum Cabeço Verde über den Kraterrand des Cabeço da Gordo nach Praia do Norte
Der Weg führt auf die Schotterpiste, die zwischen beiden Bergen hindurch führt. Diese wird nur gequert. Auf der anderen Seite führt ein ebenso schmaler Pfad genauso steil bergauf, wie wir eben herunter gerutscht sind. Das mag etwas masochistisch klingen, aber der Ausblick ist die Mühe wert. Zunächst kommt man aber an den Kraterrand des kleinen Cabeço do Canto. Ein Krater mit etwa 200m Durchmesser, der innen flach eingesenkt und fast vollständig mit Sand gefüllt ist (Bild unten links). Leider haben einige besonders humorvolle Zeigenossen aus Steinen diverse bemerkenswerte Inschriften für die Nachwelt festgehalten. Auf dem Kraterrand kann man einmal drumherum laufen und den Rundumblick genießen. Hier oben schaut man auch wieder aus der Vegetation heraus, weil die Heidebüsche meist nur Hüfthöhe erreichen. Der westlichste Punkt soll der schönste Blick über die Capelinhos-Gegend sein (Bild unten rechts).
Der Rückweg folgt dem selben Pfad wie bergauf. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, daß man auf der nordwestlichen Seite des Cabeço da Gordo Richtung Capelinhos absteigen kann. Im Grunde genommen kann man alle Wanderungen zu einer großen Streckenwanderung verbinden.
Unten an der Schotterpiste hält man sich entweder links (nordost) und läuft nördlich um den Cabeço Verde herum, wo man noch die Quellen "Fonte dos Namorados" mit einem Picknickplatz erreicht, oder man hält sich rechts und läuft auf der Schotterpiste direkt zurück. Nach ca. 2km kommt man an die oben als "Schlüsselstelle" bezeichnete Kreuzung (das ist in der Karte gestrichelt).

CabecoGordo CabecoGordo_Calderinhos
der Krater des Cabeço da Gordo vom Cabeço da Gordo nach Capelinhos




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