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 Wanderung auf den Pico


Ein paar Worte vorweg: Der Pico ist der höchte Berg Portugals und mit 2351 m ein ganz schöner Brocken. Schon hinsichtlich der touristischen Erschließung ist er keinesfalls mit diesem zu vergleichen! Das soll heißen, daß Sandalen und Turnschuhe hier nichts verloren haben. Wanderschuhe, Regenhose, Regenjacke, Sonnenschutz, Sonnenbrille, Mütze/Hut, Halstuch, ausreichend Wasser (1,5Ltr) und etwas zu essen gehören in jede Minimalausrüstung. Dazu eine Karte mit Kompaß ggf. auch eine Trillerpfeife für Gruppenmitglieder.
Es geht natürlich auch ohne, aber ein Wetterumschwung ist nicht bei jeder Pauschalbuchung inklusive - machmal gibt's den aber gratis.

Den Pico kann man aus den unterschiedlichsten Richtungen besteigen.



Ich bin am 18.06. und 20.06.2004 die Normalroute per Auto vom Feuerwehr-Container aus gegangen. Die Routenbeschreibung folgt jetzt und beginnt am 17.06. abends:
Vom Zeltplatz in Santo Antonio waren Lara und ich in Cais do Pico unterwegs und es zeichnete sich mehr und mehr ab, daß der Berg aufklarte. Vor der Residençia Serpa trafen wir Bernd (den wir schon von Faial her kannten) und verabredeten, es morgen zu versuchen. Im Laufe des Abends klarte der Berg dann vollständig auf.
von São Roque Aufstieg
von São Roque erster Versuch mit Bernd
Am Morgen lieh ich erst mal ein Auto aus, deshalb kamen wir erst gegen 11:30 Uhr am Berg an. Die Anfahrt dauert von São Roque etwa 45 min. Schon die Anfahrt zeigte, daß es nicht der günstigste Termin war, denn das gesamte Hochland war nebelig. Vom Berg war nichts zu sehen, trotzdem eine faszinierende Stimmung. Bernd und ich beschlossen, es zu versuchen (in der Hoffnung, oben aus den Wolken herauszukommen). Der Weg auf den Pico ist zumindest im unteren Teil nicht zu verfehlen. Weiter oben verteilt er sich auf mehrere Trampelpfade. Von dem erwähnten Zeltplatz mit Wasserstelle (etwa 20 min oberhalb des Containers) stehen bis zum Kraterrand Straßenbegrenzungs- und einige der alten Betonpfähle als Wegmarken. Der tatsächliche Weg schlängelt sich entlang der Pfähle, wie es im Gelände eben geht.
Am 18.06. brachen wir den Aufstieg nach 11/2h ab, weil der Nebel immer dichter wurde (40 m Sicht), der Regen zu unangenehm war und der Wind zu stark wurde. Ziemlich durchgefroren und natürlich pitschnass waren wir nach 31/2h wieder weg. Unser Ziel hatten wir nicht erreicht, aber es war ein Erlebnis vor allem der Nebel über der kniehohen Heide! Bernd mußte am folgenden Tag abreisen, aber mir ließ es keine Ruhe. Nach einem schönen Insel-Rundfahrttag (an dem die Sachen fast wieder trocken wurden) wollte ich es am Sonntag, 20.06. noch einmal versuchen.
Ich war diesmal früher unterwegs. Um 9:15 Uhr ging es bei bestem Wetter am Container los. Der Container war nicht besetzt und eine Registrierung deshalb nicht möglich, aber bei diesem Wetter machte ich mir deshalb keine Sorgen. Die Landschaft wirkt bei blauem Himmel natürlich ganz anders und es macht auch mehr Spaß zu wandern.
Umkehrpunkt 18.06.04 Dieser Pfahl am 20.06.04
unser Umkehrpunkt am 18.06.04 der selbe Pfahl am 20.06.04
Den Umkehrpunkt von vorgestern erreichte ich schon nach gut einer Stunde und den Kraterrand nach etwa 21/2h. Die Aussicht war überwältigend, allerdings brannte die Sonne wie verrückt. Wegen des starken Windes wurde es aber nicht zu heiß. Ich hatte die ganze Zeit eine Regenjacke übergezogen. Wer das nicht mag, muß sich ordentlich mit sunblocker eindieseln!
Kurz nach dem Kraterrand (es geht wirklich senkrecht nach innen abwärts) waren die Wolken wieder da. Innerhalb weniger Minuten war der gesamte Gipfelbereich in dichten Nebel gehüllt und es wurde schlagartig nass-kalt. Die letzten Meter zum Gipfel ging ich noch in der Hoffnung, die Wolke würde sich auflösen. Das war eindeutig zu optimistisch!
Auf dem Gipfel trafen sich dann alle vier, die gleichzeitig aufwärts unterwegs waren. Innerhalb weniger Minuten waren wir alle mehr oder weniger naß. Der Nebel bzw. die Wolke bestand aus kleinen schwebenden Tautröpfchen, die sich überall sofort niederschlugen. Die beiden Portugiesen waren in Halbschuhen, Jeans und T-Shirt unterwegs und hatten einen Pullover und eine Windjacke (nicht jeweils einen!) im Rucksack. Die armen Kerle froren wie die Schneider, weil wir uns auf dem Gipfel auch nicht wirklich bewegten. Gael, der Norweger, war etwas besser ausgerüstet mit Regenanzug und Neoprensocken, aber auch mit Turnschuhen. Deshalb waren alle drei ziemlich am rutschen, weil der Boden durch die Feuchtigkeit stark aufweichte. Ursprünglich hatte ich mich etwas geschämt, so "overequiped" auf diesen Latschberg zu gehen. Nun zahlten sich GoreTex, Wanderstiefel und das Notfall-Kleinkrampäckchen aber wirklich aus.
am Kraterrand Wolkenwirbel
Kraterrand: der letzte freie Blick auf den Gipfel Wolkenwirbel am Pico von Lajes
Beim Abstieg vom Gipfel, mit nur noch 20m Sicht, kamen wir zu weit nach Süden ab und standen plötzlich vor dem Steilabbruch. Nach etwas herumgeirre von links nach rechts und zwei verlorengegangenen Portugiesen, die nur mit Trillerpfeife zu uns zurückfanden, holten wir Karte und Kompaß heraus und es wurde schnell klar, wo es lang geht. Wir waren alle froh, bei diesem Wetter nicht allein unterwegs zu sein.
Der Abstieg war dann recht unspektakulär, landschaftlich aber wunderschön. Mit jeder Nebelschwade sah alles anders aus. Nur die Fernsicht über Faial und São Jorge fehlte etwas.
Unten war dann auch der Feuerwehr-Container wieder besetzt. Es war so kalt, daß wir wegen der steifen Finger etliche Minuten nicht schreiben konnten. Beim Laufen merkt man das gar nicht.
Zeitvorgabe: 2,5 - 3h (vom Container zum Gipfel)
Der Abstieg geht bei gutem Wetter etwas schneller, Bei Regen oder Nebel dauert er etwa gleich lang, wegen des Herumgesuche nach dem Pfad und wegen des matschigen und rutschigen Bodens.

Die Besteigung des Pico ist für jeden Bergbegeisterten ein Muß! Nicht nur weil es der höchste Berg Portugals ist. Die Sicht kann fantastisch sein und im Urlaub hat man sonst ja auch nichts wirklich wichtiges vor..... Was nicht heißen soll, daß jeder "Berg bestiegen wird, weil er da ist".


früh morgens vom Hochland völlig naß
früh morgens vom Hochland völlig naß auf dem Gipfel


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