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Sør Trøndelag - Hedmark      -       Femundsmarka Nationalpark


die Røa bei Røvollen
Der Wasserfall an der großen Portage (Røvollen)

Das Gebiet zwischen schwedischer Grenze und Femundsee wurde 1971 zum Nationalpark erklärt und ist ca. 39.000 ha groß. Der Nationalpark reicht nicht ganz bis zum See heran. Dort gibt es ein Landschaftsschutzgebiet als Pufferzone.
Der Untergrund besteht überwiegend aus Granit. Nur an wenigen Stellen im mittleren Teil gibt es Gabbro und im Gebiet um Røvollen und Muggsjølia auch kalkhaltige Gesteine. Dort wie auch entlang der Røa sind anspruchsvollere Pflanzen zu erwarten, wie z. B. das gefleckte Knabenkraut. Im überwiegenden Teil des Nationalparks kommt lichter, nährstoffarmer Kiefernwald mit Heide und Flechten vor. Wo es feuchter wird, kommen Birken dazu. Oft findet man uralte Baumruinen als fotogene und ökologisch überaus wertvolle Habitatausstattung. Eine Besonderheit des Nationalparks ist die Wolfsflechte (Letharia vulpina). Sie ist hochgiftig und wurde von den Samen in Wolfsködern benutzt. So wurden die Rentierherden von der "Plage" befreit und sie gelangten an wertvolle Felle und Wolfsprämien. Man findet die Flechte relativ häufig an alten Kiefern in trockener sonniger Lage.
Landschaftlich am abwechslungsreichsten ist der mittlere und nördliche Teil des Gebietes mit seinen vielen Seen, Flüssen und Bächen. Überwiegend ist das Relief wellig und man erkennt die gestaltende Kraft der Gletscher. Der südliche Teil ist waldfrei und reicht mit seinen Gipfeln nun deutlich über die 1.000 m hinaus. Nur im Revlingsdalen (südlichster Teil) soll es Wald geben. In dem südlichen Teil waren wir noch nicht, aber die Beschreibungen erinnern an ein typisch hoch-skandinavisches Fjäll.
Im Gebiet des Nationalparks gib es bereits Besiedlungsspuren aus der Steinzeit. Am stärksten wurde die Region vom Kupferbergbau in Røros beeinflußt, der Unmengen an Holz als Grubenholz und in Form von Holzkohle verschlang. Røros ist übrigens ein interessantes Ausflugsziel. Der Nationalpark selber blieb von dieser Waldverwüstung etwa um 1850 verschont, weil er recht abgelegen ist. Der Besucher wird wohl nur den Rentierzaun zwischen Rog- und Rundhåen mit Brücke für den Wanderweg, die Hütte Røvollen mit ihrer musikalischen Ausstattung und zwei weitere Brücken über die Røa bemerken. Für interessierte Besucher lohnt es sich vielleicht, die alten Rentierfanganlagen (bei Røa) zu suchen.
Häufiger als auf menschliche Spuren trifft man auf heimische Tiere, wie Auer- und Birkhühner, Fischadler, Prachttaucher und Gänsesäger. Auch Dreizehenspecht kommt vor, ist aber selten zu sehen. Entlang der Røa gibt es besonders viele Elche und man hat eine reelle Chance, welche zu sehen. Es soll auch Rentiere und Moschusochsen geben. Letztere stammen aus dem Dovrefjell und halten sich im Sommer im nördlichen Teil des Nationalparks auf. Im Winter ziehen die Tiere auf die schwedische Seite nach Funäsdalen. Am Unterlauf der Røa soll es auch Biber geben.

Ausfluß der Røa st. Buddhåen
Ausfluß der Røa am st. Buddhåen

Nach diesen einleitenden Worten kommen wir zurück zu unserer Paddeltour, die am 21.07.1997 in Schweden begann. Am dritten Tag erreichten wir das westliche Ende des Sees Rogen, das schon in Norwegen liegt. Hier beginnt die Røa und nach einer kleinen Portage am Ausfluß kann man in der Seenkette des Boghåen und Rundhåen sehr schön paddeln. Geübtere Kanuten werden diese Stelle vielleicht befahren. Das haben wir nur an der Brücke zwischen Boghåen und Rundhåen gemacht. Direkt hinter diesem bewegten Durchfluß kommt auf der Südseite eine kleine Halbinsel, die ein herrlicher Lagerplatz war.
Der vierte Tag unserer Tour begann mit einer ausgedehnten Zelt- und Ausrüstungstrockenaktion, die wir für einen Spaziergang nutzten. Die weitere Fahrt folgte der Røa durch den St. Rundhåen. Man kann die Fahrt auch mit der Erkundung des Storfisk-Sees erweitern, das ist aber eine Sackgasse. Die Røa fließt hier tlw. als kleiner mäandrierender (und mückenverseuchter) Fluß ohne viel Strömung und ab und an einer Stromschnelle durch den Wald dahin. Einige Schnellen kann man gut befahren. Es versteht sich, daß jede Schnelle vorher genau betrachtet werden sollte. Auch sollte man vermeiden, zu übermütig zu werden. "Es wird schon klappen!" Ja - sicher. Fragt sich nur, was? Bei uns passierte es am Nachmittag dieser Etappe, obwohl wir uns die Stromschnelle von allen Seiten angesehen hatten. Zugegeben, es war eine ziemlich lange S-Kurve und uns war nicht ganz wohl dabei. Aber die Schlepperei des Bootes hatten wir satt. Also erst das Gepäck rüber und dann einen klasse Schlachtplan überlegt. Leider klappte das nicht wie gewollt, denn schon die erste Walze brachte uns aus der Bahn. Bis zum Naßwerden dauerte es dann nur noch wenige Meter und dann werden alle Karten neu gemischt. Jan kam als Steuermann gut weg, aber ich lag erstmal unter dem vollgeschlagenen Boot und war damit beschäftigt, bis es sich über mich weggedreht hatte. Das wurde auch Zeit, denn irgentwann wird die Luft knapp und ein Boot mit mehreren hundert Litern Wasser drin schiebt man nicht einfach so weg. Zum Glück hatten wir beide unsere Paddel festgehalten, mit denen kann man sich gut abstützen, wenn man im Wasser herumläuft. Naß waren wir ja schon und wir wollten wenigstens versuchen, das Boot halbweg gut auf den Weg zu bringen. Das war alles vergebens. Es verhakte sich hinter einem Stein und der volle Druck der Strömung packte an diesem Hebel richtig zu. In dem See unterhalb der Schnelle, wahrscheinlich war es der Klöfthåen, fischten wir das aufgerissene Boot wieder raus. Das war's dann wohl!? Jedenfalls konnten wir nicht einfach so rumsitzen und auf den Winter warten. In der kommenden Woche wollte ich eine neue Arbeitsstelle antreten. Also mußte das Boot trocknen, damit der Kleber und das Klebeband (Notfallapotheke für Boote) halbweg haftet. Den Rest des Tages nutzten wir für einen Spaziergang zur nächsten Portage. Ja, das hatten wir jetzt davon: mit diesem Boot war keine Stromschnelle mehr befahrbar! So ein Unsinn, denn weiter unten kommen so viele leichte Wildwasserstellen, durch die man sonst guten Gewissens durchtreiben könnte! Am Abend wurde das Boot geklebt und konnte über Nacht trocknen. Wirklich repariert haben wir es erst drei Jahre später.

Letharia vulpina Stromschnellen
Wolfsflechte (Letharia vulpina) eine lustige Stromschnelle

Der fünfte Tag führte uns nach der bekannten Schlepperei und der üblichen Mittagsdusche an den st. Buddhåen, mein persönlicher Lieblingssee. Wir kamen bis zu den beiden großen Roasten-Seen, an denen wir uns auf die kommende große Schlepperei vorbereiten konnten. Am Nachmittag lief ich aber noch beim Begehen einer etwas rauheren Flußstelle in einen Elchbullen, weil ich auf das Wasser nicht den Wald geachtet hatte. Wer sich mehr erschrocken hat, ist nachträglich nicht festzustellen. Jan beobachtete das vom (sicheren) anderen Ufer und wunderte sich über mein Gehampel, bis er den Elch entdeckt hatte. Zum Glück zog der Elch erst nach ein paar Fotos unbeeindruckt weiter.

Mittagsdusche Elchbulle
Mittagspause im Regen Elchbulle an der Røa

Der sechste Tag brachte zwei Wanderungen in dieser wundervollen Landschaft, weil die Røa nach einem imposanten Wasserfall in zwei engen Felsschluchten verläuft. An eine Befahrung ist nicht zu denken (siehe Bild ganz oben). Ich glaube davon gehört zu haben, daß hier bereits ein Kayake ertrunken ist. Die erste Wanderung mit dem Gepäck führte uns dicht an der Røa entlang und belohnte uns mit einer Handvoll Moltebeeren aber auch der Erkenntnis, daß dieser Weg mit dem Kanu nicht zu ertragen wäre. Auf dem Rückweg erkundeten wir dann die Anhöhe und fanden einen guten Weg. Die zweite Wanderung mit dem 50 kg schweren Kanu dauerte etwas länger. Im weiteren Verlauf schauten wir an der Hütte Røvollen vorbei und fuhren die Røa bis zur Mündung bei Rösanden mit dem Fähranleger für das Schiff nach Sørvika. Das war aber schon weg und so paddelten wir auf dem Femund noch bis dahin, wo wir rechtzeitig vor einem richtigen Gewitterguß ankamen.
Der siebte Tag gehört dann ganz der Rückholaktion. Mit dem Bus kann man nach Røros fahren. Von dort bin ich per Anhalter gut nach Tännäs gekommen. Erst die Schotterpiste zum Rogen-Parkplatz ist etwas einsam. Zum Glück nahm mich eine schwedische Familie bis zu ihrem Haus auf halben Weg mit. Die Leute waren etwas eigen. In Deutschland wäre ich in das Auto nicht eingestiegen. Aber wir haben uns sehr nett unterhalten und ich war froh, einen Teil des Weges gespart zu haben. Nach etwa 20 Minuten Marsch entlang der schnurgeraden Schotterpiste kam noch ein Wagen - was ein Glück! Welch' Überraschung, es war der Wagen von eben. Die Schweden hatten beschlossen, mich noch bis zum Parkplatz zu bringen. Am Auto schenkte ich ihnen die letzten Bierdosen, die dort einer unwürdigeren Verwendung geharrt hatten. Auch Jan war nachher der Meinung, daß das ein guter Akt war - er hatte sich bestimmt auf ein Bier gefreut. Jedenfalls war ich deswegen nur wenig nach dem Abendbrot wieder in Sørvika. Der letzte Abend am See gehörte den Erinnerungen und anderen Geschichten.

Lug ins Land Femundsmarka
das harte Leben in der Wildnis die Landschaft zwischen Femunden und nedre Roasten

Das Niederschlagsmaximum in der Region liegt unglücklicherweise im Juli. Wir haben davon nicht sehr viel mitbekommen, außer den mittäglichen Duschen. Trotzdem kann empfohlen werden, besser im Juni oder August/September hinzufahren. Sicher ist sicher!




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Karte des Gebietes
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