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Fossilien auf Gotland.


Die Gesteinsschichten auf Gotland stammen sämtlichst aus dem Silur (ehem. Gotlandium genannt). Mit Ausnahme einer Sandstein- bzw. Oolithschichtfolge handelt es sich ausschließlich um marine Kalke und Mergel, die sehr fossilreich sind.
Es finden sich im einzelnen:


Geschichteter Kalkstein (lagrad kalksten): ein Sediment des Meeresbodens mit überwiegend fragmentierten Schalenresten. Diese Steine bedecken etwa die Hälfte der Inseloberfläche.
Mergelstein (märgelsten): ein leicht verwitterter, kalkhaltiger Tonstein, der oft mit Kalksteinen durchsetzt ist. Hier finden sich oft gut erhaltene Fossilien. Sie wurden in ruhigem Wasser ohne Strömung abgelagert. Die Muldemergel (z.B. bei Djupvik, südl. Klinte) sind berühmt für ihre gut erhaltenen Trilobiten. Mergelsteine nehmen ebenfalls fast 50% der Insel ein.
Riffkalkstein (revkalksten): sehr harte Formen aus reinem Kalkstein mit Stromatophoren, Kalkalgen, Korallen und mossdjur. Die Fossilien sind ziemlich vollständig und oft in der natürlichen Wuchsposition erhalten. Allerdings ist das Sammeln durch erschwert durch den harten Stein, der schlecht aufgebrochen werden kann.
Crinoidenkalkstein (crinoide kalksten): besteht aus großen Fragmenten von Seelilien. Die Farben reichen von grau bis rot. Dieser Stein war ehemals ein wichtiges Exportprodukt für Gotland, aus dem Skulpturen und Verzierungssteine hergestellt wurden. Fälschlicherweise bezeichnet man diese Kalksteine auch als Marmor (ist aber nicht metamorph). An den Steilküsten bei Hoburgen und den Karlsinseln findet man schöne Aufschlüsse.

Bevor auf die Fossilien und deren Fundorte eingegangen wird, möchte ich besonders darauf hinweisen, daß die Benutzung von Hammer und Meißel auf Gotland untersagt ist. Das liegt wahrscheinlich an der fleißigen Sammeltätigkeit der im Sommer sehr zahlreichen Urlauber. Lediglich das Sammlen von herausgewittertem Material ist erlaubt. Davon gibt es aber reichlich!

Die häufigsten Fossilien sind Stromatophoren, tabulate- und rugose Korallen. Letztere finden sich besonders im Geröll der Strände, tlw. abgerollt aber auch sehr gut erhalten.
Außerdem fallen verschiedene Arten von Brachiopoden auf. Es ist selbstverständlich, daß sich die Artenausstattung abhängig von der jeweiligen Schichtfolge ändert. An dieser Stelle muß besonders auf die Internetseiten der Geologischen Fakultät der Uni Heidelberg hingewiesen werden und auf spezielle Literatur in der Stadtbibliothek in Visby. Eine schöne Einführung (in versch. Sprachen) gibt ELIASON (1999) für knapp 200 kr.

Fundorte:
Die Fundorte liegen überwiegend an der Küste, da im Inland richtige Aufschlüsse fehlen. Das zeigt sich besonders bei ELIASON (1999). Wie schon bei der Geologie erwähnt, fällt die Oberfläche nur leicht nach SE ab. Das führt zu großen ebenen Flächen, die mit einer trockenheitsresistenten Vegetation bestockt sind. An das Gestein kommt man hier nicht heran.
Zwei Fundorte sind aber herauszuheben: Laubackar im SE Gotlands in der Ekegruppe (Ludlow, oberes Silur) und eine Straßenböschung oberhalb des Hotels von Snäck bei Visby in den oberen Visbymergeln an der Grenze von unteren zum oberen Silur (Llandovery - Wendlock).
Diese beiden Fundorte habe ich selbst noch nicht besucht.

Als besonders interessant kann ich aus eigener Erfahrung folgende Orte nennen:

Weitere Orte sind sehr eindrucksvoll, aber aufgrund ihres Schutzstatus nicht zum Sammeln geeignet:


Ausgewählte Fossilien
Trilobiten: Calymene
Calymene blumenbachi aus Krummbiegel (1980) weltweite Verbreitung der Gattung im U.-Ordovizium - Silur (manche Autoren geben auch Silur - Devon an).
Kennzeichen: deutlich konvexes Außenskelett mit nach unten gebogenen Seitenlappen. Das Schwanzschild ist wesentlich kleiner als der Kopf. Eindeutige Kennzeichen am Kopf erleichtern das Bestimmen: z.B. die tief gefurchte Glabelle mit den aufgeblähten Seitenlappen und die kleinen Augen.

Auf Gotland findet man überwiegend separate Kopf- oder Schwanzschilde (tlw. fragmentiert). Vollständig erhaltene Tiere sind selten.

Habitat: Calymene war aufgrund der Körperform wahrscheinlich ein träger Schwimmer und krabbelte zur Nahrungssuche am Meeresboden herum.

Im frühen Silur findet sich relativ häufig die kosmopolitische Form Calymene blumenbachi. Die Gattung Calymene findet man am häufigsten von allem vorkommenden Trilobiten-Gattungen auf Gotland. Das sind weiterhin: Encrinus (punctatus), Proetus, Dalmanites und Homalonotus knightii. Manche Autoren benennen auch Phacops, was nicht bestätigt werden konnte.

Weitere Fossilien:
rugose Korallen: Tryplasma (Kosmos S. 24) Silur - U.-Devon
Bryozoen: Fenestella (Kosmos S. 33) Ordovizium - Perm
Brachiopoden: Strophomena Kosmos S.37 (M. - O. Ordovizium)
Leptaena (Kosmos S.38) M. Ordovizium - Devon
Trilobiten: Dalmanites (Kosmos S.99) Silur - Devon
Encrinurus (Kosmos S.100) M.Ordov. - Silur
Encrinurus punctatus (Eliason)
Homalonotus knightii (Eliason)
Proetus (Eliason)
(Phacops) (Kosmos S97) Silur - Devon


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