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Ausgewählte Reiseziele in Südschweden


Västra Götaland      -       Trollhättan - Halleberg / Hunneberg


Hunneberg-Steilhang Elch
Felsen oberhalb von Vargön Elchkuh

In Trollhättan verläßt der Götakanal den Vänern und die Hauptstraße 45 von Göteborg sorgt für Durchgangsverkehr. Es handelt sich um eine normale Großstadt. Für technisch Interessierte bietet sich das Saab-Museum an, das in typisch schwedischer Manier sehr kindergerecht angelegt wurde. Auch die "Wasserspiele" der früheren Stromschnellen sollen eindrucksvoll sein. Zur Stromgewinnung wurde der Göta älv aufgestaut, muß aber mehrmals pro Woche vor- und nachmittags die Stromschnellen bewässern. Die Zeiten hängen am Zeltplatz und im Touri-Büro am Saab-Museum aus.
Direkt vor den Toren der Stadt liegen auf 7.000 ha die beiden Plateauberge Halleberg und Hunneberg, die von der staatlichen Forstverwaltung Sveaskog (ähnlich wie auf dem Omberg / Öster Götaland) bewirtschaftet werden. In beiden Gebieten will Sveaskog Zeichen setzen und hat Tourismus sowie Naturschutz in das Betriebskonzept integriert. Das schließt auch unbewirtschaftete Flächen ein. Hier sind das überwiegend die großen Moore des Hunnebergs, die Kerbtäler und der Nordteil des Hallebergs (Prediktstolen) und alle Steilhänge. Diese Bereiche sind zusätzlich als Naturreservat geschützt (ähnlich unserer Naturschutzgebiete?). Besonders die Steilhänge und deren Randwälder verdienen Beachtung, weil sie von der Forstwirtschaft immer ausgespart wurden, um den Pflanzungen auf den Plateaus Windschutz zu bieten. Deshalb findet man hier ökologisch besonders wertvolle (weil ökonomisch wertlose) Bestände. Diese Wortklauberei verdeutlicht den Konflikt jedes Forstbetriebes, weil erst das uralte und langsam verfaulende Holz für die besonders bedrohten Tiere, Pflanzen und Pilze den richtigen Lebensraum bietet. Und wer möchte in seinen Wohnzimmerdielen ein fauliges Loch haben? Im Naturreservat der Abhänge ist das freie Zelten ganz untersagt, während man auf dem Plateau eine Nacht bleiben darf, solange niemand gestört und die Natur nicht belastet wird.
Die beiden Berge sind eine der meistbesuchten Freizeitregionen Schwedens, deshalb wundert es nicht, eine überentwickelte Infrastruktur zu finden. Damit sind nicht ashpaltierte Inline-Skater-Straßen gemeint, sondern Karten, Hinweistafeln und Beschilderung wo immer man steht. Deshalb reicht die kleine topographische Karte des kostenlosen Sveaskog-Faltblattes allemal zum Wandern.
Die Region ist bekannt für ihre dichte Elchpopulation. Das zieht tausende Touristen an, die auch oft für den Weg belohnt werden. Man muß sich dann natürlich fragen, ob die Populationsdichte künstlich hoch gehalten wird? Wirkliche Wildnis ist es keinesfalls, wenn ein Elch direkt neben dem Auto steht und Kamerageräusche nicht stören. Aber immerhin sind die Tiere nicht eingesperrt. Die Wilddichte ist wahrscheinlich auch ein Ergebnis der Geschichte. Seit König Magnus Erikson die Berge zum Kronopark erklärte, den König Gustav Vasa dann sogar als "Tierpark des Königs" bezeichnete, dürfte von einer normalen Wilddichte keine Rede mehr sein. Aber es zeigt sich, daß wer viel Ski fährt auch entsprechend Hunger bekommt. Schließlich war Gustav's Tierpark für die Fleischversorgung des königlichen Hofes zuständig.
Zum Wandern ist der südliche Teil (Hunneberg) besser geeignet, weil hier weniger befahrbare Wege existieren. In den weitläufigen Mooren Öjemosse und Jonstorpsmosse ist man relativ ungestört. So kann man durchaus Birkhuhn, Kreuzotter oder Ziegenmelker erleben. Der Halleberg hat dafür einige besonders schöne Stellen wie z. B. Ovandalen und Hallesnipen im Norden. An den Seen gibt es Schellenten und Fischadler und die trockenen Randbereiche beherbergen u. a. Neuentöter und Trauerschnäpper. Hatten wir schon erwähnt, daß es hier auch Elche gibt?
Auf dem Hunneberg liegt das alte Jagdschloß Bergagården und das Jagdmuseum. Der Eintritt ist recht teuer, deshalb sollte man nicht kurz vor Schluß kommen, denn das Museum soll gut gemacht sein und braucht dann seine Zeit.
Die Geologie ähnelt der anderen Plateauberge Kinnekulle und Billingen mit einer Diabas-Deckschicht, die nährstoffarm und wasserundurchlässig ist. An den Rändern und Tälern wird der Boden reicher und man findet eine völlig andere Flora. Deshalb sind die Berge recht vielseitig.
In vorgeschichtlicher Zeit dienten die Berge (v. a. der Halleberg) als Fliehburgen. Die große Burganlage entstand in der Völkerwanderungszeit und wurde im späten Mittelalter noch einmal wichtig als Schutz vor den plündernden Dänen. An der Zufahrt aus Vargön gibt es ein Hinweisschild, aber nur noch wenig zu sehen. Die Region ist geprägt von der jahrhundertelangen Besiedelung. Ruinen, Mühlenorte, Meilerstellen und Lichtungen auf ehemaligen Äckern prägen die Plateaus.
Zwischen beiden Bergen führt eine Straße durch, an der am Ortsausgang von Vargön ein eisenzeitlicher Donarring, das Hästevadets gravfällt, liegt. Das Original mußte dem Straßenbau weichen und wurde an heutiger Stelle wieder aufgebaut. Hier gibt es wieder interessante Hinweistafeln zur Geschichte und dem Leben damals. Westlich der Berge, besonders bei Tunhem, gibt es viele weitere vorgeschichtliche Stätten.


Hästevadets  gravfällt Elchkalb
Hästevadets gravfällt Elchkalb

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Läckö slott Hindens rev
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