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Ausgewählte Reiseziele in Südschweden


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Fågeludden Kiebitz
Naturum Fågeludden Kiebitz

Der See ist Naturreservat seit 1997 und eines der wichtigsten Feuchtgebiete Nord-Europas, v. a. als Rastplatz für 280 Vogelarten. Ebenso ist er ein bedeutendes Brutgebiet für insg. 130 Arten. Hervorzuheben sind hierbei: Schwarzhalstaucher, Alpenstrandläufer, Uferschnepfe, Doppelschnepfe, Knäkente und Bartmeise. Weiterhin gibt es hier Schwedens größte Lachmöwenkolonie. Die Variabilität der Landschaft mit offenem Wasser, Schilfflächen, Gebüschen und Laubwald ist entscheidend für den vorhandenen Reichtum an Vogelarten. Dazu kommt die Nähe zum Billingen mit großen naturnahen Nadelwäldern auf dem Plateau und reichem Laubwald mit z. B. Frühblühern, Küchenschelle und Orchideen an den kalkhaltigen Hängen und Steilhängen. Bei den Vogelarten sind es Schwarzspecht, Birk- und Auerhuhn, die vom Wald profitieren.
Auch im Wasser gibt es reiches Leben. Im Frühjahr sieht und hört man tausende von Moorfröschen und Millionen von Zuckmückenlarven, die im Sommer schlüpfen und als Schleier oder Nebel aus Mücken über dem See tanzen. Von diesen leben nicht zuletzt Libellen, die in ihrer Farbigkeit immer wieder für ein Foto herhalten müssen.
Besonderes Augenmerk ist aber natürlich den Vögeln zu widmen. Der Kranich ist der Charaktervogel des Reservates, weil es der "Tanz der Kraniche" berühmt gemacht hat. Den Tanz sieht man am besten im Frühjahr in der Gengend um Stora Bjurum am Südende des Sees. Dieser Tanz ist keine Balz, denn Kraniche leben in Einehe. Er bestärkt die Beziehung zwischen dem Paar. Die Herstellung von Kartoffel-Branntwein in der Region war der eigentliche Auslöser für die Rast der Kraniche. Die Kombination aus Kartoffelfeldern als Futterquelle und See als relativ sicheres Nachtlager konnte nicht besser für hungrige und müde Kraniche sein. Nach der Kartoffel kam das Korn, das den selben Zweck erfüllt. Die meisten Kraniche sieht man im südlichen Teil des Sees, um Bjurum und Dagsnäs.
Die Vogelbeobachtung ist im dem Reservat das ganz Jahr über möglich: Das Frühjahr ist excellent für Erkundungen zu Fuß. Anfang März kommen die ersten Kraniche. Diese brüten meist hier und sind relativ scheu. Ende März kommen die Massen. Die Hauptzeit ist Mitte bis Ende April, wenn die Kraniche durchziehen, die weiter nach Norden fliegen. Es gibt für sie keine Notwendigkeit ihre Anwesenheit zu verheimlichen, da ihr Brutgeschäft weit weg erfolgt. Aber auch andere Durchzügler sind zu 10.000en zu sehen.
Im Sommer sind v. a. im Ostteil viele Nachtigallen zu hören, eine fast magische Stimmung. Auch wegen der Millionen Mücken, die wie Rauch über dem Schilf tanzen. Im Mai-Juni sind sehr viele Brutvögel am See aktiv und gut zu beobachten. Selbst Ende August waren viele Kiebitze, Bekassinen, Flußuferläfer, div. Limmicolen, Lachmöwen, Graureiher und Graugänse gut vor die Kamera zu bekommen.
Der Herbst ist die beste Zeit für Vogelbeobachtungen am See wegen durchziehender Kraniche, Enten und Gänse. Die Wälder des Billingens verfärben sich und Herbstnebel liegt auf dem See. Das ist die Zeit für Wanderungen entlang des Sees. Ende September gibt es geführte Kranichabende.
Im Winter friert der See nicht immer zu und ist dann Jagdgebiet für Greife wie Steinadler, Seeadler, Rauhfußbussard und Habicht. Im südlichen Teil gibt es eine Winterfütterung für Adler. Hier ist die Chance auf eine Beobachtung am größten. Ansonsten ist der See eine erstklassige Schlittschuhbahn, was von vielen Menschen genutzt wird.

Die Nutzung des Feuchtgebietes geht weit zurück. Besonders starke Eingriffe zwischen 1900 und 1930 führten dazu, daß der Wert als Vogelrastplatz stark nachließ. Damals wurde die letzte Stufe der Melioration gebaut. Das schaffte Flächen für den Torfabbau sowie Wiesen und Weiden. Im Laufe der Zeit mehrten sich Stimmen, die für einen dauerhaften Schutz und einen Rückbau der Entwässerung dieses ca. 3.300 ha großen Feuchtgebietes. In den Jahren 1988 bis 1995 wurde eine Renaturierung genehmigt, die Schwedens bisher größtes Naturschutzprojekt werden sollte. Auf fast 2.000 ha wurde die Schilffläche und Wald gerodet, 7 km Kanäle und Gräben zu- und ein 3 km langer Wall mit Wasserstands-Regulationsmöglichkeit aufgeschüttet. Der Wasserspiegel wurde in 3 Etappen um 85 cm angehoben. Die tiefste Stelle erreicht jetzt ca. 1,5 m. Das ursprüngliche Niveau war 2 m.
Weiterhin wurde das Gebiet für die Öffentlichkeit attraktiv und zugänglich gemacht. In Trandasen an der Straße 184 (Falköping-Skara) bei Stora Bjurum und Fågeludden (auf der Ostweiste des Sees) gibt es jeweils ein Naturum mit Naturkundeausstellung und diverse Beobachtungsmöglichkeiten, wie z. B. 7 Beobachtungstürme und mehrere Wanderwege rund um den See. Eine Karte des Gebietes findet sich hier. Die Aussichtspunkte sind ganzjährig zugänglich mit Ausnahme des Björkaleden nach Ore backar im Zeitraum März - April. Auf der Wanderung nach Hånger sollte man auch Rücksicht auf Kraniche nehmen, die im Frühjahr und Herbst zu tausenden dort übernachten. Alle Wanderweg sind an Verkehrswege angebunden und haben Parkplätze. Das Schutzgebiet ist außerhalb der Wege mit einem Betretungsverbot vom 20. März bis 15. Juli belegt.

Für Beobachtungen bieten sich Unterkünfte in der Nähe an. In den Städten Falköping, Skara und Skövde, sowie Hornborga by, Dagnäs slott und Västtomten gibt es Zimmer. In Skövde, Falköping, Skara und Axvall findet man Jugendherbergen. Zeltplätze gibt es in Skara, Skövde, Falköping und Axvall.


Vogel Schilfgürtel
Limmicole Schilfgürtel am Naturum



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