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Ausgewählte Reiseziele in Mittelschweden


Jämtland      -       Naturreservat Rogen in Härjedalen


Rogen vom Tandsjövålen
Blick vom Tandsjövålen nach Westen über den Rogen

Die Rogen-Femund-Region ist leider der nördlichste Ort, den wir bislang (Stand 2005) in Skandinavien erreicht haben. Das wird sich bestimmt ändern! Aber auch nach nunmehr fast 10 Jahren ist die Erinnerung an diese Paddeltour vom Rogen, über die Röa in den Femund-See unbeschreiblich.
Im Juli 1997 fuhr ich mit meinem Freund Jan (siehe weiter unten) für eine Woche dorthin. Bei der Anreise hat man wenig Auswahl. Am schnellsten geht es wohl über Sälen - Särna (Dalarna) und Tännäs (an der Kreuzung der Straße 84 Sundsvall - Røros - Trondheim). In Tännäs biegt man auf die Schotterpiste ab. Keine Angst, das ist alles ausgeschildert (gewesen). Von Deutschland aus war das ein ziemlich langer Ritt, deshalb haben wir dort am See Väster Vattnan übernachtet und sind am nächsten Tag früh zum Parkplatz des Naturreservates Rogen gefahren. Hier gibt es einige Hinweistafeln, u. a. zum Verhalten im Umgang mit Moschusochsen, die im Winter von Norwegen herüber kommen können.

Portage zum Rogen Niedermoor Räuberhauptmann
Portage zum Rogen Niedermoor Räuberhauptmann

Die Paddeltour beginnt erst einmal mit einer netten Portage. Damals hatten wir das GFK-Kanu von Jan dabei und haben uns ganz schön abgeschleppt, denn Portagen hat die Tour einige und meist nicht gerade die kürzesten und außerdem über Stock und Stein. Das werden wir bei der nächsten Tour in jedem Fall berücksichtigen. Vor allem weil man jede Strecke zweimal laufen muß: erst mit den Gepäck und dann, um das Boot zu holen. Bei dieser Tour hatte ich einen uralten, formschönen und vor allem quietschblauen Kaufhof- Rucksack mit Außengestell (mein erster!) aktiviert, allerdings ohne den Rucksack. Alles Gepäck kam in wasserdichte Säcke und Tonnen. Das trägt sich ziemlich gut und läßt sich im Kanu besser verstauen als ein Rucksack. Außerdem reagiert der Schlafsack im Falle eines unfreiwilligen Bades so weniger hygroskopisch.
Die erste Portage führt durch mooriges Gelände und mit etwas Glück sieht man breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) und Wintergrün-Arten (Pyrola sp.). Nach etwa 1½ km Schlepperei erreicht man den See Öster- Vingarna, ein relativ großer flacher See mit vielen Buchten, kleinen Inseln und felsigem Grund. Das Wasser muß nährstoffarm sein, weil hier große Bestände von Sumpf-Blutauge (Comarium/Potentilla palustre) und Dreiblättrigem Fieberklee (Menyanthes trifoliata) zu finden sind. Manchmal fährt man mit dem Boot mitten durch den Fieberklee hindurch, weil es keinen anderen Weg gibt. Man findet auch wunderschöne Zeltplätze mit Blick zum See, aber die Etappe hat ja gerade erst begonnen.
Der Öster-Vingarna zieht sich wie ein "C", bei dem man am oberen Ende einsetzt und am unteren heraus muß. Das sind etwa zwei bis drei Kilometer, dann kommt die nächste Portage von etwa 1 km. Am Ufer des Stor-Tandsjön haben wir unser erstes Lager aufgeschlagen und den wunderschönen Sonnenuntergang genossen. Mitte Juli ist das erst kurz vor 23:00.
Am zweiten Tag durchquerten wir den Stor-Tandsjön. Dieser See hat mehr Inseln und ist damit noch verwinkelter. Jan kannte die Strecke schon und ich war froh, die Landschaft genießen zu können. Leider fotographiert Jan sehr wenig (im Gegensatz zu mir, was ihn oft genug genervt hat), sonst wäre ihm zeitiger aufgefallen, daß seine Kamera fehlt. Also: gesamte Kompanie kehrt und alles zurück. Gefunden hat er sie dort, wo wir am Vorabend aus dem Öster-Vingarna ausgesetzt sind. Ordentlich wie er ist, hing sie in der Tasche an einem Baum. (PS: genau diese Geschichte passierte uns in Kanada, aber da war es seine Angel) Jedenfalls war unsere Zeitplanung etwas angespannt, aber den Rogen erreichten wir trotz einer Glückwunsch-Bierdose im Boot noch an diesem Tag. Vorher gibt es aber noch eine kleine, besonders unwegsame Portage. Der Abfluß des Stor-Tandsjön in den Rogen ist aber schiffbar.
Ein kurzer Exkurs zu den sommerlichen Wegelagerern des Nordens muß noch sein! Gewappnet mit Nordic Summer, einem Mückenmittel aus Holzteer mit kräftiger Farbe und Geruch, dachten wir, daß wir sicher seien. Leider verträgt meine Haut das Zeug nicht und nimmt es mir auch nachhaltig übel, so daß selbst Wasser auf der Haut brannte und der Rest der Tour ohne Mückenmittel gehen mußte - nicht wirklich spaßig!. In den kleinen Flüssen und Buchten sowie auf den Portagen schlugen die Quälgeister unerbittlich zu. Wie? Ach ja, "das sei gut für die Durchblutung", sagt man.
Am Rogen angekommen suchten wir uns einen schönen Platz auf einer kleinen Insel und fuhren zur bewirtschafteten Fjällstation. Schließlich geht hier der berühmte Kungsleden vorbei. Auf dem Weg dahin erlebten wir eine andere Tragödie. Ein Pärchen war am wandern. Er etwa 50 m voraus und sie in den höchsten Tönen schluchzend und schimpfend hinterher. Ob das wohl ein Sommerurlaub aus dem Neckermann-Katalog war, wo nicht dabei stand, daß man selber laufen muß? In der Fjällstation schien die Welt wieder in die Fugen zu kommen. Die Station ist nicht wirklich in meiner Erinnerung geblieben, deshalb auch keine Einzelheiten. Jedenfalls fanden wir ein Abendbrot auf unserer Insel gemütlicher.
Am dritten Tag stiegen wir früh auf den Tandsjövålen. Von hier hat man einen guten Blick über die gesamte Route vom Parkplatz bis zum Ende des Rogen. In Norwegen werden die Berge dann so steil und ragen über die Baumgrenze hinaus, daß man den Femund-See dahinter nicht sieht. Nach Osten war die Landschaft erstaunlich flach und geprägt von den bereits erwähnten zerfransten Seen in geschlossenen Wäldern. Vom Gipfel des Tandsjövålen hatte man schon 1997 Handy-Empfang. Vielleicht waren deshalb so viele Leute dort unterwegs; der Kungsleden führt aber auch über den fast 1000 m hohen Berg. Wahrscheinlich genießen auch Wanderer mückenfreie Minuten?
Am selben Tag paddelten wir noch los, um das Ende des Rogen zu erreichen, wo die Röa Richtung Femund-See fließt. Auf dem Rogen muß man etwas wegen des Windes aufpassen, jedenfalls wenn man mit einem Kanu unterwegs ist. Am besten fährt man unter Land. Da der See nicht breit ist, kann man sich aussuchen, auf welcher Seeseite man paddelt. Der Ausfluß ist sehr schön. Eigentlich ist es nur ein Flüßchen, das den See verläßt, aber nach wenigen Metern beginnt eine lange Stromschnelle. Wenn man unten auf einem Stein steht, kann man über die Schnelle hinweg noch sehen wie sich die Wasseroberfläche des Sees in der Sonne spiegelt - einfach schön!
Wir folgten der Röa noch in den übernächsten See, den Rundhåen und schlugen unser Lager dort auf einer schmalen Halbinsel auf.

Tandsjövålen Lapin Kulta
Rogen mit Tandsjövålen ein glücklicher Jan wieder mit Kamera

Der norwegische Teil der Geschichte kommt hier!



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Übersichtskarte des Gebietes mit ungefährer Reiseroute



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