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Besteigung des Kilimajaro

Wie bereits eingangs bemerkt, war ich lediglich 1990 für etwa 1½ Monate in Tanzania. Die Besteigung erfolgte zwischen dem 31.08.1990 und dem 04.09.1990. In den Wochen davor hatten wir fast immer eine geschlossene Wolkendecke. Wenn ich meine Erinnerungen mit den Berichten im Fernsehen und diversen Wanderzeitschriften vergleiche, haben die folgenden Worte nur noch geschichtliche Bedeutung. Die Welt entwickelt sich weiter - auch in Afrika. Ich bin jedenfalls froh, daß ich schon vor fast 20 Jahren dort gewesen bin. Wahrscheinlich werde ich nicht wieder hinfahren, um meine Erinnerungen an den Schnee auf dem Gipfel nicht zu enttäuschen. Das liegt aber auch an den heftigen Impfungen, die man dort benötigt.

Reusch Krater Der Kilimanjaro ist der höchste Gipfel Afrikas und liegt auf der Grenze zwischen Tanzania und Kenya. Die Gipfel befinden sich aber auf der Seite Tanzanias. Insgesamt bedeckt das Massiv eine Fläche von 40x80 km. Der größte Teil davon ist seit 1973 Nationalpark. Der Kilimanjaro hat drei Gipfel, von West nach Ost: den Shira (3943-4002 m), den Kibo (5895 m) und den Mawensi (5145-5151 m). Die Höhenangaben schwanken je nach Quelle.
Eigentlich handelt es sich um drei eigenständige Vulkane. Die älteren sind Shira und Mawensi. Erst im Pleistozän, als es bei uns die großen Kaltzeiten gab, brach der Kibo aus und verband die drei Berge zu einem Massiv.
Uhuru PeakZum ersten Mal gesehen wurde der Kilimanjaro 1846 bzw. 1848 von den europäischen Missionaren Rebmann und Krapf. Deren Berichte über die schneebedeckten Gipfel des Kibo und Mt. Kenya an die Royal Geographical Society wurden aber nicht geglaubt. Die Besteigungsversuche von von der Decken erreichten etwa 4300 m. Die Erst-Besteigung gelang am 5. Oktober 1889 durch den Deutschen Prof. Hans Meyer und den Österreicher Ludwig Purtscheller. Die beiden nannten den Gipfel Kaiser Wilhelm Spitze. Mit der Unabhängigkeit Tanzanias von Groß Britannien 1961 wurde der Gipfel in Uhuru Peak (Befreiungsspitze) umbenannt. Die nach Meyer benannte Höhle auf etwa 5200 m diente in den folgenden Jahrzehnten als Biwak für die Besteigung. Seit 1932 ist das durch die Kibohütte viel komfortabler geworden.
Für die Besteigung gibt es viele Routen, sogar von Kenya aus. Zu meiner Zeit ging die Hauptroute über Marangu. Dort ließen wir uns von einem Bekannten absetzen. WIR, das waren Thomas Valentin (Berlin), den ich in dem Projekt kennen gelernt hatte und ich. Für die ganze Organisation (diverse Gebühren und Anwerbung von Träger und Führer) brauchten wir einige Zeit, deshalb übernachteten wir in der Marangu Lodge direkt neben dem Eingang zum Nationalpark. Das war eine einfache Herberge, aber sehr sauber. Im "Hotelsafe" konnte man auch Wertgegenstände lassen. Die Lodge verlieh auch "Ausrüstungsgegenstände". Das beschränkte sich auf eine Auswahl ziemlich abgewetzter Skistöcke, die für den Aufstieg von der Kibohütte sehr ratsam sind. Teleskopstöcke waren damals noch sehr teuer und wenig gebräuchlich.
Vom Marangu Gate zu den ersten Hütten (Mandara) sind es nur 8 km und 850 m. Trotzdem ging es am ersten Tag nicht weiter. Die Organisation hatte doch noch gedauert. Die Hütten sind ein Ergebnis eines norwegischen Entwicklungsprojektes und sind angenehm, obwohl ihre Bauweise so gar nicht nach Afrika paßt. Am Nachmittag kann man sich die Zeit nehmen, um z. B. die nähere Umgebung wie den Maundi Krater zu erkunden. Außerdem dauert es, wenn man vernünftige Bilder von Schildraben oder Diadem-Meerkatzen machen will.
Foto von Thomas ValentinDer zweite Tag brachte uns bis zu den Horombo-Hütten auf ca. 3.700 m und 11 km Tagesleistung. Kurze Etappen und viel Trinken sind wichtig, um sich langsam an die Höhe zu gewöhnen, soweit das innerhalb von 5 Tagen überhaupt möglich ist. Außerdem brennt die Sonne in der Höhe viel stärker als man es in der Kälte empfindet (siehe meine Nase). Die Horombo-Hütten erreichten wir schon kurz nach Mittag, obwohl der Aufstieg wunderschöne Motive wie Senecien, Lobelien und Strohblumen anbot. Auch die Aussicht auf die ostafrikanische Steppe war immer wieder beeindruckend. Manchmal wird empfohlen, bei einer Höhenanpassung am Tag weiter aufzusteigen, als man später die Nacht bleibt. Das und die Neugier war der Grund, warum wir an diesem Tag noch eine Stück die obere Route zum Mawensi-Sattel gingen. Mit dabei waren zwei lustige Baden-Württemberger. Bei den Horombo-Hütten beginnt die Heidezone mit ausgedehnten Hochmooren und Senecien-Hainen.
Riesen-Senecien, Thomas, DietmarManchmal wird empfohlen, an den Horombo-Hütten einen Tag Akklimatisierungspause einzulegen, wie es unsere englische Wandergruppe gemacht hat, aber das ist umstritten. Wir wanderten, diesmal zusammen mit den beiden Baden-Württembergern über die upper route zum Mawensi-Sattel und über diese alpine Wüste zur Kibo-Hütte. Der Unterschied beider Routen ist, daß die upper route erst recht steil ist und dann eher eben über den Sattel führt, während die lower route beständig ansteigt. Außerdem ist auf der upper route weniger Gedränge und eine abwechslungsreichere Landschaft. Etwa auf halbem Weg erreicht man den Mawensi-Sattel in 4345 m. Wir fanden hier oben noch sehr schöne Blumenpolster. Nach der Regenzeit muß hier eine richtige Blütenpracht existieren. Anschließend geht es erst etwas runter. Das ist angenehm, weil man auf dem wüstenartigen Sattel kaum Strecke schafft, zumindest nicht optisch. Der Kibo ragt direkt vor einem auf und kommt nicht näher. Das ist anstrengend. Kurz vor der Kibo-Hütte kommt die lower route von links dazu. Die letzten Meter bis zur 4.700 m hohen Kibo-Hütte sind wieder recht anstrengend. Ich habe für die 11 km etwa 7 h gebraucht, obwohl ich damals ziemlich gut trainiert war. Die Höhe soll man halt nicht unterschätzen.
Mawensi-Sattel mit KiboZwischen den Horombo- und der Kibo-Hütte liegt auf beiden Wegen die letzte Quelle und ist durch Schilder markiert. Je nachdem wie man seinen Weg organisiert hat, sollte man sich hier noch einmal versorgen. Auf der Kibo-Hütte gibt es nur noch gesammeltes Regenwasser. Mit dem Brennholz ist es ein besonderes Problem. Die Wälder, obwohl Nationalpark, dienen der gesamten Bevölkerung als Brennholzquelle. Das war schon immer so und ist eigentlich kein Problem, wenn da nicht die Touristen und die Bevökerungsexplosion wären. Gegen das eine kann man nur wenig machen, aber als Tourist mit Brennholz zu kochen ist vermeidbar. Soweit mir bekannt, ist in den letzten Jahren viel passiert, damit die Träger und Touristen "sauberes" Essen bekommen.
In der Kibo-Hütte ist es meistens ungemütlich. Abgesehen von der Kälte, der betonartigen Architektur und den großen Schlafsälen ohne Aufenthaltsraum macht sich spätestens hier die Höhe bemerkbar. Bei mir fingen in der Nacht Kopfschmerzen an. Aspirin gegen die Kopfschmerzen ist sicher erlaubt. Außerdem viel Trinken! Weitere Hilfmittel sollte man lassen, weil die Kopfschmerzen ja nicht zum Spaß da sind, sondern ein Symptom der Höhenkrankheit sind. Jeder Körper reagiert anders auf die Höhe. Dabei ist der Trainingszustand nur ein Aspekt und kein Garant für Höhentauglichkeit. Als wir dort waren mußte ein Italiener, der uns auf dem Weg oft hatte stehen lassen, runter getragen werden - Kreislaufzusammenbruch.
Aufbruch für die letzte Etappe ist gegen Mitternacht! Nicht daß es besonderen Spaß macht, im Dunkeln den Berg hinauf zu stiefeln, aber am Tag macht es noch viel weniger Spaß. Einmal sieht man den endlosen Weg durch die Geröllfelder nicht, das Geröll ist tlw. noch gefroren und leichter zu begehen und der Sonnenaufgang auf dem Kraterrand ist ein faszinierendes Schauspiel. Ich erinnere mich an die Gesichter unserer Gruppe, als wir im Dorf die Rucksäcke auspackten und Pelzhandschuhe, Wattejacke und Bergstiefel heraus kamen. "Wir sind in Afrika?!" Hier an der Kibo-Hütte waren es ca. Minus 15 Grad: mitten in Afrika und drei Grad südllich des Äquators.
StufengletscherDer Aufstieg zum Kraterrand in etwa 5.700 m Höhe ist ebenso eine Kraftfrage wie eine Kopfsache. Ich denke noch oft an diese Quälerei. Man geht wie am Strand und das ist im losen Sand schon anstrengend. Dort sind es kleine lose Schlacketeilchen und ein steiler Aufstieg. Man macht einen Schritt und rutscht einen halben zurück. Das geht die ganze Zeit so in der merklich dünnen Luft und irgentwann ist man ziemlich genervt. Die beiden Baden-Württemberger halfen Thomas und mir sehr. Zum Schluß war bei mir die Puste raus. Ein paar Schritte gehen und dann Pause. Es hilft tatsächlich, wenn man sich vor dem Weitergehen die Zahl der Schritte überlegt, die man gehen will. Das ist eine interessante Erfahrung! So kam ich am Gillman's Point an und fand die anderen auf der Theater-Empore, wie sie den ersten Akt genossen. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass die Sonne aufging und alles in ein rötliches Licht tauchte - wunderbar! Einer von uns (naja, eigentlich war John aus New York allein unterwegs, aber wir hatten die letzten Tage etwa das selbe Tempo gehabt) mußte an der Meyer-Höhle aufgeben. Nach einer kleinen Pause zogen wir weiter zum Gipfel. Entlang des Kraterrandes, der Weg führt natürlich außen herum, hat man immer wieder schöne Aussichten in den Krater und über die ostafrikanische Steppe bis zum Mt. Meru bei Arusha. Als wir dort waren gab es eine fast geschlossene Wolkendecke auf etwa 4.000 m. Man hatte den Eindruck, auf einer Insel mitten im Meer zu stehen. Der Mt. Meru war die Nachbarinsel, von der Steppe sah man nur Fetzen.
Uhuru PeakAuf dem Kraterrand geht es immer rauf und runter, obwohl die Zacken von unten gar nicht so groß aussehen. Teilweise ist Schwindelfreiheit erforderlich, z. B. am Bismark Tower. Manchmal wandert man über säulenartige Eisgebilde; zum Wandern extrem unangenehm, zum Fotographieren Klasse! Auf den 180 Höhenmetern zum Gipfel, es sind etwas mehr als 2 km, kommt man wieder gut ins Schnaufen, aber zum Schluß ist man doch sehr froh, es geschafft zu haben. Selbst die Führer schienen sich genauso zu freuen wie wir, obwohl sie die Strecke häufiger gehen. Der Uhuru Peak ist nur ein sanft gewölbter Rücken, der in den Krater steil abfällt. Zu den Seiten ist er flacher. Dort fanden sich damals die berühmten Stufengletscher. Die sollen aber stark abgeschmolzen sein. Viel zu früh mahnen die Führer zum Abstieg, um die Zeit in der Höhe zu begrenzen. Dort oben zusammenzubrechen erschien uns allen wenig erstrebenswert und die permanent nagenden Kopfschmerzen erinnern nur zu deutlich an die Höhenkrankheit. Ich sammelte ein paar Lavaproben am Gipfel auf. Das gefiel den Führern nicht, aber als ich erklärt hatte, daß sie in eine Gesteinssammlung sollten, hatten sie es nicht gesehen. Es ist leider nicht erlaubt, Steine aufzusammeln (genauso wie z. B. im Nationalpark Harz). Rast am Gillman'S PointEine Rast am Gillman's Point muß man sich dann noch gönnen. Wenn die Sonne auf die Nordseite gewandert ist, hat man einen ganz anderen Eindruck vom Mawensi-Sattel als früh morgens im Gegenlicht. Der Abstieg war bei uns mehr ein Abfahren in Fallrichtung im losen Geröll. Das war natürlich nicht vorbildlich von uns. Damit wird der Weg weiter gelockert und alle Wanderer nach uns freuen sich noch etwas mehr. Darüber dachten wir aber erst später nach - ich darf auch das auf die dünne Luft schieben? Jedenfalls ging es ohne Unfall sehr schnell runter. Schließlich wollten Thomas und ich noch zur Horombo-Hütte kommen. So war unser knapper Zeitplan und die Reservierung am Marangu Gate. Der Träger war schon morgens vorgegangen. Für den Abstieg wählten wir die lower route, um beides gesehen zu haben. Kurz unter der Kibo-Hütte hörten meine Kopfschmerzen schlagartig auf und mit jedem Schritt wurden wir wieder kräftiger.
Horombo - KiboDas Wetter spielte auch mit und wir hatten auf dem Abstieg noch schönere Gipfelblicke als auf dem Hinweg. Kurz hinter der Horombo-Hütte geht man um einen kleinen Rücken. Danach sieht man den Gipfel auf der Marangu-Route nicht mehr. Das schöne Wetter bedeutete aber auch, daß es im Regenwaldgürtel unerträglich feucht-heiß wurde. Zurück am Nationalpark-Eingang muß man sich abmelden und kann sich ein Gipfelzertifikat ausstellen lassen. Außerdem möchte man sich von seinen Bediensteten verabschieden. Damals war es üblich, zusätzlich zu einem Trinkgeld auch ein Kleidungsstück zu verschenken. Ob man das genießt oder verachtet, es ist sehr hilfreich Träger und Führer anzuheuern. Die ganze Gegend lebt davon und es ist für den Nationalpark auch vorgeschrieben. Leider war ich damals finanziell nicht in der Lage, ein vernünftiges Trinkgeld zu geben und auch der Tausch von Kleidungsstücken war schon damals ein von den Ortsansässigen eher toleriertes Zeremoniell.
Wir fuhren mit dem Linienbus noch am selben Tag nach Moshi und dann weiter nach Arusha, wo wir zusammen mit anderen aus unserer Gruppe eine Safari organisiert hatten.









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