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Zugspitze - Aufstieg über das Reintal am 20.08.2003

Die Wanderung über das Reintal ist die längste der allgemein begehbaren Aufstiege zum Gipfel. Für alle Wege gilt und das sollte jeder beachten, der nicht in den Genuß eines teuren Hubschrauberfluges kommen will:
  - Die Zugspitze ist Hochgebirge!
  - Nur die Harten kommen in den Garten (Konditionstraining)
  - Die Wege sind stellenweise ausgesetzt, sehr unwegsam oder sparsam markiert
  - ohne Klettern geht es nicht
  - Bergwettererfahrung notwendig und
  - keine Angst vor dem Umkehren (bevor es zu spät ist).

Aufgrund des langen Weges durch das Reintal kann man diese Tour auch gut auf zwei Tage verteilen und in der Reintalangerhütte übernachten. Im Jahre 2003 sollte die Hütte bis Mitte Oktober bewirtschaftet werden. Ansonsten empfiehlt sich ein zeitiger Aufbruch und ein strammer Schritt. Ich hatte nur einen Tag zur Verfügung und wollte die letzte Seilbahn erreichen, deshalb kann ich bei den hier angegebenen Laufzeiten nicht unbedingt von einer Genußtour reden.
Der günstigste Ausgangspunkt ist der kostenlose Parkplatz am Skisprungstadion. Hier folgt man der Straße zur Partnachklamm. Bis dahin läuft man auf Asphalt, aber um diese Zeit trifft man wenigstens noch nicht viele Menschen. Deshalb kann man auch die Partnachklamm noch genießen. Der Eintritt beträgt EUR 1,50- (mit Kurkarte). Ein Umweg lohnt sich also kaum.
Hinter der Klamm folgt man gut ausgebauten Waldwegen und der überwiegend guten Ausschilderung "Reintal", "Zugspitze", "Bock Hütte" oder "Münchner Haus". Leider ist die Beschilderng nich einheitlich. Kurz vor der Bock-Hütte wird das Tal der Partnach noch einmal eng und der Weg schmal. Dafür ist das Tal richtig eindrucksvoll.
Bis zur Bock-Hütte zieht sich der Weg etwas lange hin, weil der Blick in die Landschaft fehlt. Nach der Hütte lichtet sich der Wald und das Gelände wird etwas schroffer. Jetzt biegt man auch erst in das eigentliche Reintal ein und kann das südliche Zugspitzmassiv bewundern. Wahrscheinlich wird man sich bei der Erstbegehung auch wundern, wie man da rauf kommen soll :) Deshalb erscheint der Weg bis zur Reintalangerhütte sehr kurz. Es gibt auch kaum noch Abzweigungen, so daß eine Karte erst ab der Reintalangerhütte notwendig ist.
Die Reintalangerhütte befindet sich bereits im oberen Teil des Reintals und ist eine willkommene Gelegenheit für eine Pause. Die nächsten Kilometer verlaufen auf einem gut erkennbaren Wanderpfad, der jedoch kaum speziell markiert ist. Am Ende des Reintals muß man etwas aufpassen, den richtigen Einstieg auf den Weg zur Knorrhütte zu erwischen (sog. Felsensteig). In diesem Bereich kann man auch eine herrliche Pause einlegen, wenn man Selbstversorger ist und den Trubel an der Hütte nicht mag. Bitte beachtet, dass es zwischen der Reintalangerhütte und dem Gipfel kaum noch Schatten gibt. Das fordert euren Sonnenschutz und macht gut Durst. Die letzte mir bekannte Wasserstelle befindet sich etwas südlich des Einstieges zum Felsensteig am Hang hinauf.
Hält man sich hinter der Reintalangerhütte rechts, kommt man am Partnachursprung vorbei. Auch hier läßt sich die Landschaft im oberen Reintal herrlich genießen. Beim Einstieg treffen beide Wege aufeinander.
Bis hierhin hat man 65 % des Weges aber erst 45 % der Höhe geschafft. Dafür geht es bis zur Knorrhütte auch richtig rauf und das oft in losem Schotter. In der Knorrhütte hatte ich meine Mittagspause nötig. Anschließend geht es genauso weiter und auch die optimistischsten Wanderer werden erkennen, daß das "Zugspitz Platt" nicht gerade eben ist. Aber zumindest trifft man bis zur Station "Sonn Alpin" auf keine technischen Schwierigkeiten. Im Gegenteil - der Weg ist mit 40 nummerierten Eisenstangen markiert. Da kann man schön mitzählen und vergißt die Anstrengung - naja, vielleicht klappt es?
Wer schon genug hat nimmt ab hier die Seilbahn zum Gipfel, aber er verpaßt das Beste. Der Aufstieg von der Gipfelstation der Zahnradbahn, vorbei am Schneefernerhaus zum Gipfelgrat ist mindestens so anstrengend wie er aussieht. Das lose Geröll bis zum Erreichen des Klettersteiges verbraucht die bis dahin sorgsam aufgesparte Kraft. Wo man bei jedem Schritt einen halben zurückrutscht, wird aber nicht nur physische Kraft verbraten. Auf diesem Teilstück fielen mir plötzlich lange verloren geglaubte alte Schimpfworte wieder ein, an die ich seit dem Aufstieg zum Kilimajaro nicht mehr gedacht hatte.
Ab dem Klettersteig hört das schlagartig auf. Im Fels findet sich der Weg ausgezeichnet. Hier ist absolute Schwindelfreiheit und gutes Schuhwerk notwendig und eine Klettersteigausrüstung wünschenswert. Gerade hier oben trifft man auf unbedachte / leichtsinnige / fahrlässige Mitmenschen, die den Abstieg vom per Seilbahn erreichten Gipfel mit Jeans und Turnschuhen oder Sandalen und dem hin und her baumelnden Handtäschchen riskieren. Das ist natürlich technisch möglich, aber ein Sturz geht sofort auf die Knochen. Hier oben empfehle ich jedenfalls festes, knöchelhohes Schuhwerk und Trittsicherheit. Gerade beim Abstieg ist eine Sicherung am Fixseil empfehlenswert.
Beim Aufstieg hat man immer den Gipfel vor der Nase und kommt ihm erschreckend langsam nahe. Aber irgentwann hat man den Weg auf den Zugspitzgrad mit herrlichen Ausblicken zum Eibsee und Ehrwald und ins Reintal geschafft. Jetzt fehlt nur noch der letzte Gang zum eigentlichen Gipfel. An manchen Tagen artet das in einen Spießrutenlauf aus, denn zwischen all' den Seilbahntouristen ist man als Exot klar erkenbar (verschwitzt, staubig, schwere Stiefel, Rucksack). Hier wird man angegafft als hätte man ein Furunkel auf der Nase.
Am Ende der Gipfelplattform, auf der deutschen Seite, geht es erstmal ein paar Meter hinunter und dann mit einer Eisenleiter wieder rauf. Auf dem Ostgipfel kann es schon mal eng werden, aber selten trifft man mehr als eine Handvoll Bergwanderer. Zum Abschluss hat man sich dann doch das eine oder andere Leckerli verdient und die Aussicht ist grandios, wenn das Wetter mitspielt.
Alle, die noch voller Elan stecken, können im Münchner Haus übernachten, um tags drauf abzusteigen. Ansonsten kann man auch für EUR 25,- mit der Seilbahn hinunterfahren. Achtung: die letzte Bahn fährt zwischen 16:00 und 17:00. Am besten vorher erkundigen. Als ich unterwegs war, gab es gerade Reparaturarbeiten an der Seilbahn und es fuhr nur die Eisenbahn.)


Uhrzeit Ort Gehzeit Höhendiff.
7:55 Skistadion Partenkirchen (750 m) - -
8:30 Anfang Partnachklamm (780 m) 0 h 35 30 m
9:45 Bockhütte (1052 m) 1 h 50 302 m
10:55 Reintalanger- / Neue Anger Hütte (1367 m) 3 h 00 617 m
12:45 Knorrhütte (2051 m) 4 h 50 1301 m
14:30 Bahnstation "Sonn Alpin" (2576 m) 6 h 35 1826 m
14:45 Schneeferner Haus (2656 m) 7 h 50 1906 m
15:45 Gipfelkreuz (2963 m) 8 h 50 2213 m


Hier weitere Gehzeiten, die im Internet veröffentlicht sind:
  Aug 2002 Mai 2003
Ort Uhrzeit Gehzeit Uhrzeit Gehzeit
Skistadion Partenkirchen (750 m) 11:30 - 10:15 -
Anfang Partnachklamm (780 m) 11:50 0 h 20 10:40 0 h 25
Bockhütte (1052 m) 14:00 2 h 30 12:10 1 h 55
Reintalangerhütte (1367 m) an 16:45 5 h 15 13:45 3 h 30
Reintalangerhütte (1367 m) ab 07:45 - 07:10 -
Knorrhütte (2051 m) 09:30 1 h 45 08:45 1 h 35
Bahnstation "Sonn Alpin" (2576 m) 11:50 4 h 05 10:30 3 h 20
Gipfelkreuz (2963 m) 13:00 5 h 15 11:30 4 h 20


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